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<title>Endotracheale Intubation</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Endotracheale Intubation</span></h1>
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<p>Bei der <b>endotrachealen Intubation</b> (kurz oft auch als <b>Intubation</b> bezeichnet) wird ein <a href="Endotrachealtubus" title="Endotrachealtubus">Endotrachealtubus</a> (flexibler Schlauch, meist aus Kunststoff) durch den <a href="Mund" title="Mund">Mund</a> (<i>orotracheal</i>), die <a href="Nase" title="Nase">Nase</a> (<i>nasotracheal</i>) oder über ein <a href="Tracheotomie" title="Tracheotomie">Tracheostoma</a> in die <a href="Luftr%C3%B6hre" title="Luftröhre">Luftröhre</a> (<i>Trachea</i>) eingebracht. Mithilfe eines Ballons (<i>Cuff</i>, s. u.) werden die Atemwege vor dem Eindringen von Sekreten (<a href="Aspiration_(Medizin)" class="mw-redirect" title="Aspiration (Medizin)">Aspiration</a>) geschützt und eine sichere <a href="Beatmung" title="Beatmung">künstliche Beatmung</a> ermöglicht. Die endotracheale <a href="Intubation" title="Intubation">Intubation</a> gilt heute als Standardmethode der <a href="Atemwegssicherung" class="mw-redirect" title="Atemwegssicherung">Atemwegssicherung</a>. Sie wird in der <a href="An%C3%A4sthesie" title="Anästhesie">Anästhesie</a>, <a href="Intensivmedizin" title="Intensivmedizin">Intensiv-</a> und <a href="Notfallmedizin" title="Notfallmedizin">Notfallmedizin</a> bei Patienten in <a href="Narkose" title="Narkose">Narkose</a>, bei <a href="Bewusstlosigkeit" class="mw-redirect" title="Bewusstlosigkeit">Bewusstlosigkeit</a> oder akuten Störungen der <a href="Atmung" title="Atmung">Atmung</a>, etwa im Rahmen der <a href="Herz-Lungen-Wiederbelebung" title="Herz-Lungen-Wiederbelebung">Wiederbelebung</a> eingesetzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Endotrachealtubus">Endotrachealtubus</h2></div>
<p>Der <a href="Endotrachealtubus" title="Endotrachealtubus">Endotrachealtubus</a> ist ein leicht gebogener, in der Ausführung für Erwachsene ca. 25–30 cm langer Kunststoffschlauch (früher wurde auch Gummi als Material verwendet), dessen äußerer Durchmesser in etwa dem Kleinfingerdurchmesser des Patienten entspricht. Am hinteren (maschinen- bzw. behandlerseitigen) Ende hat der Tubus einen Anschlussstutzen für ein <a href="Beatmungsger%C3%A4t" title="Beatmungsgerät">Beatmungs</a>- bzw. <a href="Narkoseger%C3%A4t" title="Narkosegerät">Narkosegerät</a> oder einen <a href="Beatmungsbeutel" title="Beatmungsbeutel">Beatmungsbeutel</a>. Das gegenüberliegende (patientenseitige) Ende ist abgeschrägt, um das verletzungsfreie Einführen durch die <a href="Stimmlippe" title="Stimmlippe">Stimmlippen</a> zu erleichtern. Ein bis zwei Fingerbreit darüber ist (meist) ein kleiner Ballon angebracht, der sogenannte <i>Cuff</i> (deutsch: <i>Manschette</i>). Dieser kann über einen am Tubus befestigten Schlauch mit Luft befüllt werden (z. B. über eine <a href="Luer-System" title="Luer-System">Luer-Spritze</a>), um die Luftröhre vollständig abzudichten; der einzige Weg in die Lunge führt dann über den Tubus. Das Risiko einer Aspiration ist damit vermindert.
</p><p>Es gibt mehrere Arten von Endotrachealtuben. Am häufigsten werden vorgeformte, relativ starre Tuben verwendet, die nach ihrem <a href="Erstbeschreibung" title="Erstbeschreibung">Erstbeschreiber</a>, dem britischen <a href="An%C3%A4sthesiologie" title="Anästhesiologie">Anästhesisten</a> <a href="Ivan_Magill" title="Ivan Magill">Ivan Whiteside Magill</a> (1888–1986) benannt sind. Sie sind in Herstellung und Handhabung verhältnismäßig einfach, bieten jedoch die Gefahr, einen verhältnismäßig großen Raum außerhalb des Patienten zu beanspruchen; außerdem können sie abgeknickt und dabei vollständig verschlossen werden. Daher wird u. a. für Operationen im Gesicht, am Hals (z. B. <a href="Struma" title="Struma">Struma</a>-<a href="Operation_(Medizin)" title="Operation (Medizin)">Operationen</a>) oder auch in Bauchlage vielfach ein biegsamer Tubus verwendet, dessen Design auf Philip D. Woodbridge (1895–1978) zurückgeht. Er verdankt seine Flexibilität und zugleich Knickfestigkeit einer Metallspirale, die in die Hülle aus sehr weichem Kunststoff eingearbeitet ist. Diese <i>Woodbridge-Tuben</i> nennt man daher auch <i>Spiraltuben</i>.
</p><p>Traditionell wurden für Kinder bis zum Alter von 8 Jahren häufig Tuben ohne Cuff eingesetzt. Wegen der Verengung der Luftröhre hinter den Stimmbändern (subglottische Enge) dichtet bei Kindern ein Tubus in passender Größe meist ausreichend ab. Vorteil ist, dass eine mögliche Schädigung der Schleimhäute durch den aufgepumpten Cuffballon oder durch harte Kunststofffalten des Cuffs beim Einsatz ungecuffter Tuben verhindert werden kann. Nachteil ist, dass ein zu klein gewählter Tubus ohne Cuff nicht abgedichtet werden kann und ein risikobehafteter Tubuswechsel erforderlich werden kann. Bei modernem Cuffmaterial sowie engmaschiger Kontrolle des Cuffdrucks hat sich im Rahmen von Intubationsnarkosen der Einsatz gecuffter Tuben bei Kindern als sicher erwiesen.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Insbesondere bei Notfällen wird inzwischen der Einsatz von gecufften Tuben empfohlen, da bei zu kleinem Tubus die Gefahr eines Tubuswechsels entfällt.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zur Regulation des Cuffdrucks wurde auch die Verwendung eines Cuffdruckregulators empfohlen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Es gibt auch spezielle Tuben, die innen in zwei Hälften längsgeteilt sind – sog. <i>Doppellumentuben</i> (von lat. <i>lumen</i>: „Licht“, in diesem Falle im Sinne von „lichte Öffnung“). Sie sollen eine seitengetrennte (unabhängige) Beatmung beider Lungenflügel (bzw. die Beatmung eines einzelnen Lungenflügels bei gleichzeitiger Ruhigstellung des anderen) ermöglichen, was bei einigen Eingriffen in der <a href="Brustkorb#Thoraxchirurgie" title="Brustkorb">Thoraxchirurgie</a> erforderlich ist. Diese Technik wird mitunter auch als <i>endobronchiale</i> Intubation bezeichnet, da die Spitze des Tubus in einem <a href="Bronchus" class="mw-redirect" title="Bronchus">Hauptbronchus</a> zu liegen kommt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anwendungsgebiete">Anwendungsgebiete</h2></div>
<p>Eine endotracheale Intubation wird angewendet, um Patienten, die selbst nicht ausreichend atmen oder nur unzureichende <a href="Schutzreflex" class="mw-redirect" title="Schutzreflex">Schutzreflexe</a> besitzen, einen gesicherten Beatmungsweg zu verschaffen. Die Intubation verhindert die Verlegung der oberen <a href="Atemtrakt" title="Atemtrakt">Atemwege</a> und bietet aufgrund des aufblasbaren Cuffs einen sehr guten Schutz vor <a href="Aspiration_(Medizin)" class="mw-redirect" title="Aspiration (Medizin)">Aspiration</a>. Rachensekret, Mageninhalt, Blut oder Fremdkörper können bei korrekt durchgeführter Intubation nicht oder allenfalls in geringer Menge in die Lunge gelangen.
</p><p>Im Einzelnen kommt eine endotracheale Intubation in folgenden Situationen in Frage (bzw. ist sogar geboten):
</p>
<ul><li>bei allen Patienten, deren Schutzreflexe nicht ausreichend funktionieren. Dies kann u. a. durch einen <a href="Herz-Kreislaufstillstand" class="mw-redirect" title="Herz-Kreislaufstillstand">Herz-Kreislaufstillstand</a>, durch eine <a href="Narkose" title="Narkose">Narkose</a> oder eine <a href="Intoxikation" class="mw-redirect" title="Intoxikation">Intoxikation</a> (Vergiftung) verursacht sein.</li>
<li>bei nicht oder nicht ausreichend spontan atmenden Patienten (bei <a href="Respiratorische_Insuffizienz" title="Respiratorische Insuffizienz">respiratorischer Insuffizienz</a>), die eine Unterstützung bei der Atmung benötigen. Dies kommt hauptsächlich in der <a href="Intensivmedizin" title="Intensivmedizin">Intensivmedizin</a>, bei der <a href="Herz-Lungen-Wiederbelebung" title="Herz-Lungen-Wiederbelebung">Herz-Lungen-Wiederbelebung</a> im Rahmen der <a href="Notfallmedizin" title="Notfallmedizin">Notfallmedizin</a><sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und bei Narkosen vor. Einige <a href="Narkotika" class="mw-redirect" title="Narkotika">Narkotika</a> haben als Nebenwirkung eine Reduktion des <a href="Atemantrieb" title="Atemantrieb">Atemantriebs</a>, die bis zu einem <a href="Atemstillstand" title="Atemstillstand">Atemstillstand</a> führen kann. Auch <a href="Muskelrelaxans" title="Muskelrelaxans">Muskelrelaxantien</a> führen, indem sie die gesamte Muskulatur und somit auch das <a href="Zwerchfell" title="Zwerchfell">Zwerchfell</a> erschlaffen lassen, zu einem (im Rahmen einer Narkose gezielt herbeigeführten) Atemstillstand.</li>
<li>bei diagnostischen Maßnahmen an den Luftwegen, z. B. <a href="Bronchoskopie" title="Bronchoskopie">Bronchoskopie</a></li>
<li>bei endoskopischen Operationen an den Atemwegen, wie z. B. <a href="Laserbehandlung" title="Laserbehandlung">Lasertherapie</a> oder <a href="Stent" title="Stent">Stenting</a> der Bronchien</li>
<li>bei blutenden Verletzungen im Bereich der oberen Atemwege, um eine <a href="Aspiration_(Medizin)" class="mw-redirect" title="Aspiration (Medizin)">Aspiration</a> zu verhindern</li>
<li>bei Anschwellen der oberen Atemwege mit <a href="Erstickung" title="Erstickung">Erstickungs</a>gefahr (z. B. aufgrund einer <a href="Insektenstich#Allergische_Reaktion" title="Insektenstich">Insektenstichallergie</a> oder auch einer <a href="Reizgas" title="Reizgas">Reizgas</a>vergiftung)</li></ul>
<p>Die endotracheale Intubation ist in Deutschland eine Maßnahme, die dem Grundsatz nach dem ärztlichen Personal vorbehalten und für die eine entsprechende Ausbildung und Übung erforderlich ist. Im Rettungsdienst wird sie auch von entsprechend qualifizierten <a href="Rettungsassistent" title="Rettungsassistent">Rettungsassistenten</a> bzw. <a href="Notfallsanit%C3%A4ter" title="Notfallsanitäter">Notfallsanitätern</a> ausgeführt. In anderen Ländern werden allerdings Intubationen auch routinemäßig von nichtärztlichem Personal ausgeführt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Vorgehen">Vorgehen</h2></div>
<p>Die endotracheale Intubation geschieht in der Regel durch direkte Laryngoskopie (konventionelles Vorgehen), wobei ein <a href="Laryngoskop" title="Laryngoskop">Laryngoskop</a> zur Darstellung der <a href="Glottis" title="Glottis">Glottis</a> benutzt und der Tubus unter direkter Sicht eingeführt wird. Diese Technik lässt sich in der Regel nur bei komatösen oder narkotisierten Patienten anwenden, es sei denn in bestimmten Ausnahmefällen, bei denen man zuvor eine <a href="Lokalan%C3%A4sthesie" title="Lokalanästhesie">Lokalanästhesie</a> des <a href="Kehlkopf" title="Kehlkopf">Kehlkopfs</a> durchgeführt hat. Dabei sollte der (erwachsene) Patient in die sogenannte <i>verbesserte Jackson-Position</i> (benannt nach <a href="Chevalier_Jackson" title="Chevalier Jackson">Chevalier Jackson</a>, amerikanischer Laryngologe, 1865–1958) gebracht werden, also mit hochgelegtem Kopf und leicht überstrecktem Hals. Eine Alternative stellt die fiberoptische Intubation dar. Diese funktioniert gegebenenfalls unter Lokalanästhesie mittels eines flexiblen <a href="Endoskop" title="Endoskop">Endoskops</a>, des sogenannten Bronchoskops, oder einer transportablen, halbstarren <a href="Intubationsfiberoptik" title="Intubationsfiberoptik">Intubationsfiberoptik</a>.
</p><p>Nach erfolgreicher Intubation wird der Tubus vom Intubierenden gehalten, bis er gegen Verrutschen gesichert („fixiert“) ist; gegebenenfalls ist der Schutz des Tubus durch einen <a href="Bei%C3%9Fkeil" title="Beißkeil">Beißkeil</a> zweckmäßig.
</p><p>In bestimmten Fällen kann ein blinder, das heißt ein Intubationsversuch ohne laryngoskopische Sicht nasal unternommen werden. Diese Methode wurde von dem bereits oben erwähnten Ivan Magill eingeführt, der bereits 1920 mit Rowbotham auf breiter Basis<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> die endotracheale Intubation in der Anästhesie etabliert hat. Sie eignet sich besonders für die Intubation des wachen Patienten bei schwierigen Intubationsbedingungen, insbesondere wenn kein Bronchoskop zur Verfügung steht. In Zeiten vielfältiger Alternativen (s. u.) wird die blinde Intubation nur noch in Ausnahmefällen durchgeführt.
</p>
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</style><div class="thumb tleft vl-mehrere-bilder" style="width:684px;"><div class="thumbinner"><div class="vl-mehrere-bilder-kopf" style="text-align:center;">Intubation am Hund</div><div class="vl-mehrere-bilder-horizontal" style="width:222px;"><div class="thumbimage"><span typeof="mw:File"></span></div><div class="thumbcaption">Bei geöffnetem Fang ist der Kehldeckel (Mitte) gut erkennbar.</div></div><div class="vl-mehrere-bilder-horizontal" style="width:222px;"><div class="thumbimage"><span typeof="mw:File"></span></div><div class="thumbcaption">Der Eingang zur Luftröhre wird mittels Laryngoskop freigehalten.</div></div><div class="vl-mehrere-bilder-horizontal" style="width:222px;"><div class="thumbimage"><span typeof="mw:File"></span></div><div class="thumbcaption">Der Tubus wird in die Luftröhre unter Sichtkontrolle eingeführt.</div></div><div style="clear:both;"></div>
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</div></div>
<div style="clear:both;"></div>
<p>Vielen Medizinern bereitet die Intubation erhebliche Probleme, obwohl sie eine wichtige ärztliche Maßnahme bei der Behandlung lebensbedrohlicher Notfälle darstellt. Dies ist unter anderem auf mangelnde Gelegenheiten zum Erlernen zurückzuführen, aber auch auf die „handwerklichen“ Ansprüche dieser Prozedur, die für eine sichere Durchführung häufiges Üben erfordert. Deshalb steht in vielen <a href="Krankenhaus" title="Krankenhaus">Kliniken</a> ein Team zur <a href="Herz-Lungen-Wiederbelebung" title="Herz-Lungen-Wiederbelebung">Reanimation</a> bereit, das in der Regel durch die <a href="An%C3%A4sthesie" title="Anästhesie">Anästhesieabteilung</a> oder die <a href="Intensivstation" title="Intensivstation">Intensivstation</a> gestellt wird.
</p><p>Das Erlernen der Intubationstechnik kann zunächst am Modell erfolgen; verschiedene Hersteller bieten Übungspuppen an, die allerdings die sehr unterschiedlichen Atemwegsbedingungen nicht immer einwandfrei abbilden können. Das am Modell Gelernte kann dann z. B. in der Anästhesieabteilung unter Aufsicht vertieft werden.
</p><p>Wichtig für die erfolgreiche Intubation sind eine ruhige Vorgehensweise, eine geeignete Arbeitshöhe, gute Sicht mittels des Laryngoskopes, effiziente <a href="Absaugen" title="Absaugen">Absaugmöglichkeit</a>, die ausreichende Ruhigstellung des Patienten, gegebenenfalls ein Führungsstab im Tubus (bei Spiraltuben obligat) und geschultes Assistenzpersonal.
</p><p>Zur Kontrolle der richtigen Tubuslage gibt es folgende sichere Kriterien:<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li>die Einführung des Tubus unter Sicht</li>
<li>bei <a href="Auskultation" title="Auskultation">Auskultation</a> (Abhören mit dem <a href="Stethoskop" title="Stethoskop">Stethoskop</a>) ein nach dem Einführen auf beiden Seiten gleiches Beatmungsgeräusch (wobei als Auskultationspunkte der 5. <a href="Intercostalraum" title="Intercostalraum">Interkostalraum</a> in der mittleren <a href="Axillarlinie" title="Axillarlinie">Axillarlinie</a>, etwa in Höhe der <a href="Brustwarze" title="Brustwarze">Brustwarzen</a>, und die <a href="Mohrenheim-Grube" title="Mohrenheim-Grube">Mohrenheimsche Grube</a> zweckmäßig sind)</li>
<li>der Nachweis von Kohlendioxid in der Ausatemluft mittels <a href="Kapnometrie" title="Kapnometrie">Kapnometrie</a></li>
<li>eventuell die Kontrolle durch eine Bronchoskopie (insbesondere bei Verwendung eines Doppellumentubus)</li>
<li>die korrekte Lage der Tubusspitze in einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Komplikationen">Komplikationen</h2></div>
<p>Eine gefährliche Komplikation ist die Fehlintubation in den <a href="%C3%96sophagus" class="mw-redirect" title="Ösophagus">Ösophagus</a> (Speiseröhre) statt in die <a href="Luftr%C3%B6hre" title="Luftröhre">Trachea</a> (Luftröhre). Nicht rechtzeitig erkannt und korrigiert, führt eine Fehlintubation zu einer Sauerstoffunterversorgung des Organismus mit den möglichen Folgen Hirnschaden, Herzinfarkt und Tod. Vor Einführung der Routinemessung des exspiratorischen Kohlendioxids (Kapnometrie) ab Anfang der 1980er Jahre war diese Komplikation gefürchtet. In bestimmten Ausnahmesituationen, nämlich wenn der Patient noch gleichzeitig über eine Eigenatmung verfügt, führt eine nicht gleich erkannte oesophageale Intubation zwar nicht zwangsläufig zu einem Sauerstoffmangelschaden, kann jedoch einen Magenriss zur Folge haben.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Leichenversuche haben gezeigt, dass die Insufflation von etwa 6 Liter Luft eine Magenruptur herbeiführt.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine fehlgeschlagene Intubation wird vor allem dann zur Komplikation, wenn man den Patienten nicht anderweitig ausreichend beatmen kann. Vor allem nach fehlgeschlagenen Intubationsversuchen können durch Schwellungen und Blutungen die Atemwege verlegt sein. Deshalb ist es wichtig, vor Routineintubationen (zum Beispiel in der Anästhesie) auf überraschende Schwierigkeiten eingestellt zu sein und im Falle eines „schwierigen Atemweges“ planmäßig nach einem Algorithmus vorzugehen. In Operationsabteilungen wird dazu meist ein spezieller Wagen mit Material für eine schwierige Intubation vorgehalten.
</p><p>Eine gefürchtete Komplikation ist die sogenannte <a href="Aspiration_(Medizin)" class="mw-redirect" title="Aspiration (Medizin)">Aspiration</a>, das Eindringen von Mageninhalt in das Bronchialsystem, während des Intubationsvorgangs. Das Risiko dafür ist bei einer zu flachen Narkose bzw. Bewusstlosigkeit, insbesondere aber bei Patienten mit vollem Magen, in Situationen eines Darmverschlusses (Ileus) oder auch bei Hochschwangeren erhöht. In solchen Fällen wird – normale Atemwegsanatomie vorausgesetzt – eine sogenannte RSI (<a href="Rapid_Sequence_Induction" title="Rapid Sequence Induction">Rapid Sequence Induction</a>), auch <i>Ileuseinleitung</i> genannt, durchgeführt. Ein Hauptcharakteristikum ist dabei der Verzicht auf eine Maskenbeatmung nach Injektion der Narkosemittel. Zur Minimierung des Aspirationsrisikos bei Routinenarkosen müssen Patienten daher grundsätzlich einige Stunden im Vorfeld nüchtern bleiben.
</p><p>Als weitere Gefahr besteht die Möglichkeit der Verletzung der <a href="Stimmlippe" title="Stimmlippe">Stimmbänder</a> oder der <a href="Stellknorpel" title="Stellknorpel">Aryknorpel</a>, sehr selten auch eines Risses der Trachea, insbesondere bei Verwendung eines Führungsstabes.
</p><p>Wird der Tubus versehentlich über die Aufzweigung der Luftröhre hinaus in einen der beiden Hauptbronchien vorgeschoben, wird nur ein Lungenflügel belüftet. Dabei wird wegen der Form der Bifurkation typischerweise der rechte Hauptbronchus intubiert. Daher gehört die oben angeführte Auskultation der Lungen und ggf. die Lagekorrektur des Tubus zum Standardvorgehen unmittelbar nach erfolgter Intubation.
</p><p>Bei Langzeitbeatmungen kann der Druck des Cuffs <a href="Nekrose" title="Nekrose">Nekrosen</a> oder <a href="Geschw%C3%BCr" class="mw-redirect" title="Geschwür">Ulzerationen</a> der Tracheaschleimhaut verursachen. Daher ist eine Überwachung des Cuff-Drucks auf Intensivstationen und bei längeren Narkosen üblich; vielfach wird sie grundsätzlich bei allen Intubationsnarkosen angewendet.
</p><p>Eine weitere Komplikation ist die Beschädigung oder die Lockerung von Zähnen, insbesondere der vorderen oberen Schneidezähne, durch Kontakt mit dem Laryngoskop.
</p><p>Zudem kann durch die Reizung des <a href="Parasympathikus" title="Parasympathikus">Parasympathikus</a>, einem Teil des <a href="Vegetatives_Nervensystem" title="Vegetatives Nervensystem">vegetativen Nervensystems</a>, in sehr seltenen Fällen ein reflektorischer Atemstillstand oder gar Herzstillstand im Gefolge einer Intubation auftreten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sonderformen">Sonderformen</h2></div>
<p>Bei bestimmten Operationen, insbesondere im Bereich der Thoraxchirurgie, ist es nötig, nur einen Lungenflügel in die Atmung einzubeziehen und den anderen stillzulegen. In aller Regel kommt dann ein Doppellumentubus (siehe oben) oder auch ein Tubus mit einem sogenannten <a href="Bronchusblocker" title="Bronchusblocker">Bronchusblocker</a> zum Einsatz.
</p><p>In äußerst seltenen Fällen, insbesondere in der Thoraxchirurgie bei Kindern oder auch bei Verletzungen der oberen Luftwege (z. B. Abriss der Luftröhre oder eines Hauptbronchus), kann es zweckmäßig sein, einen „normalen“ Tubus gezielt bis in einen der beiden Hauptbronchien vorzuschieben (selektive <i>endobronchiale</i> Intubation).<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine gezielt einseitige Intubation mit einem gewöhnlichen Tubus kann in Einzelfällen auch im Falle von in die Trachea verschluckten Fremdkörpern lebensrettend sein, die so tief sitzen, dass nicht einmal eine <a href="Koniotomie" title="Koniotomie">Koniotomie</a> den Luftweg freimachen könnte. Als äußerste Maßnahme bietet sich hier der Versuch an, den Fremdkörper mit einem Tubus in einen Hauptbronchus nach unten zu schieben, sodass der andere Lungenflügel anschließend belüftet werden kann und der Patient eine Überlebenschance hat. Nach der so erfolgten Sicherung der Vitalfunktion muss anschließend natürlich eine Entfernung des Fremdkörpers sowie eventuell eine Reinigung und Spülung mittels <a href="Bronchoskopie" title="Bronchoskopie">Bronchoskopie</a> erfolgen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Alternative_Atemwegssicherung">Alternative Atemwegssicherung</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Atemwegssicherung" class="mw-redirect" title="Atemwegssicherung">Atemwegssicherung</a></i></div>
<p>Gelingt eine Atemwegssicherung mittels endotrachealer Intubation nicht (<i>schwierige Intubation</i>), stehen eine Reihe alternativer Verfahren zur Verfügung. Eine Beutel-Masken-Beatmung stellt die Sauerstoffversorgung sicher, bis der Patient wieder erwacht. Ein <a href="Videolaryngoskop" title="Videolaryngoskop">Videolaryngoskop</a> kann die Sicht auf die Glottis verbessern. Weiter stehen mit <a href="Larynxmaske" title="Larynxmaske">Larynxmaske</a>, <a href="Larynxtubus" title="Larynxtubus">Larynxtubus</a> und <a href="Combitubus" title="Combitubus">Combitubus</a> verschiedene Alternativen zur Verfügung. Ist auf keine Weise eine Sauerstoffversorgung oder Intubation möglich (<i>Cannot-ventilate-cannot-intubate-Situation</i>), bleibt als letztes Mittel die Koniotomie, bei der ein chirurgischer Zugang zum Atemtrakt in Höhe des <a href="Kehlkopf" title="Kehlkopf">Kehlkopfes</a> geschaffen wird, indem die Membran (<i>Ligamentum conicum</i>) zwischen <a href="Ringknorpel" title="Ringknorpel">Ringknorpel</a> und <a href="Schildknorpel" title="Schildknorpel">Schildknorpel</a> eröffnet wird.
</p><p>Bei längerer Beatmung stellt die <a href="Tracheotomie" title="Tracheotomie">Tracheotomie</a> eine Alternative zur endotrachealen Intubation dar. Die Tracheotomie ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem durch die Halsweichteile ein Zugang zur <a href="Luftr%C3%B6hre" title="Luftröhre">Luftröhre</a> geschaffen wird. Indikationen zur Tracheotomie können beispielsweise die Notwendigkeit einer Langzeitbeatmung nach Unfällen oder Operationen, neurologische Erkrankungen mit Störungen des Schluckreflexes, Strahlenbehandlung am Kopf oder Hals oder Kehlkopflähmungen sein.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Ein erster Bericht über eine endotracheale Intubation (mit einem Schilfrohr) und anschließende rhythmische <a href="Beatmung" title="Beatmung">Beatmung</a> von Tieren, wobei es zum Wiedereinsetzen des Herzschlags bei Pulslosigkeit gekommen sein soll,<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> stammt aus dem Jahr 1543: <a href="Andreas_Vesalius" title="Andreas Vesalius">Andreas Vesalius</a> wies in diesem Bericht darauf hin, dass eine solche Maßnahme unter Umständen lebensrettend sein könne. Er blieb jedoch unbeachtet.
</p><p>Im Jahr 1858 schrieb der englische Narkosepionier <a href="John_Snow_(Mediziner)" title="John Snow (Mediziner)">John Snow</a> über endotracheal durchgeführte <a href="Chloroform" title="Chloroform">Chloroformnarkosen</a><sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> bei Kaninchen.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1869 führte dann der deutsche Chirurg <a href="Friedrich_Trendelenburg_(Mediziner%2C_1844)" title="Friedrich Trendelenburg (Mediziner, 1844)">Friedrich Trendelenburg</a> erstmals eine endotracheale Intubation am Menschen zur Narkoseführung durch, was er 1871 publizierte. Hierbei brachte er den zum Schutz vor <a href="Aspiration_(Medizin)" class="mw-redirect" title="Aspiration (Medizin)">Aspiration</a> von Blut mit einer aufblasbaren Manschette<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> versehenen<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Tubus nach temporärer <a href="Tracheotomie" title="Tracheotomie">Tracheotomie</a> über ein Tracheostoma ein.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1878 nahm der <a href="Glasgow" title="Glasgow">Glasgower</a> Chirurg <a href="William_Macewen" title="William Macewen">William Macewen</a> mittels eines Metalltubus die erste orotracheale (durch den Mund-Rachen-Raum in die Luftröhre erfolgte) Intubation vor. Mit seiner Arbeit über die orale Intubation bei <a href="Diphtherie" title="Diphtherie">Diphtherie</a> trug J. O’Dwyer 1887<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> zum Bekanntwerden des Verfahrens bei. Karl Maydl berichtete 1893<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> über einige HNO-ärztliche Eingriffe nach oraler Intubation. Hilfreich war die Entwicklung <a href="Alfred_Kirstein" title="Alfred Kirstein">Alfred Kirsteins</a>, der 1895 das erste Laryngoskop mit direkter Sicht auf den Kehlkopf für die endotracheale Intubation entwickelt hatte.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine den heute üblichen Verfahren ähnliche Methode, mit einer aufblasbaren Gummimanschette an einem halbsteifen Trachealtubus, verwendete später<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> auch <a href="Viktor_Eisenmenger" title="Viktor Eisenmenger">Viktor Eisenmenger</a>.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der endotrachealen Überdruckbeatmung, wie sie heute weltweit Standard ist<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und auch von <a href="Franz_Kuhn_(Mediziner)" title="Franz Kuhn (Mediziner)">Franz Kuhn</a> zwischen 1902 und 1908<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> vorgeschlagen wurde, wurde ab 1905 der Weg durch <a href="Ludolph_Brauer" title="Ludolph Brauer">Ludolph Brauer</a> bereitet.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In Amerika wurde die endotracheale Intubation und „intratracheale Narkose“ (genannt auch „endotracheale Narkose“) mit Überdruckbeatmung bereits um 1900 in der Thoraxchirurgie angewendet, etwa nach einer von Rudolph Matas (New Orleans) beschriebenen Methode mittels eines zur Abdichtung mit Metallstopfen versehenen Tubus. Wie Trendelenburg verabreichte Matas das Narkotikum über einen Trichter.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den Jahren des <a href="Erster_Weltkrieg" title="Erster Weltkrieg">Ersten Weltkrieges</a> erarbeiteten insbesondere <a href="Ivan_Magill" title="Ivan Magill">Ivan Magill</a> und <a href="Robert_Reynolds_Macintosh" title="Robert Reynolds Macintosh">Robert Reynolds Macintosh</a> tiefgreifende Verbesserungen bei der Anwendung der Intubation. Mit Macintoshs Namen ist bis heute der gebräuchlichste auswechselbare Spatel des <a href="Laryngoskop" title="Laryngoskop">Laryngoskops</a> benannt, und Magill ist Namenspate für einen annähernd kreissegmentförmig gebogenen Tubus sowie die <a href="Magill-Zange" title="Magill-Zange">Magill-Zange</a>, die u. a. zum Positionieren des Tubus bei der nasalen Intubation geeignet ist.
</p><p>In Deutschland kann vor allem der <a href="Kassel" title="Kassel">Kasseler</a> <a href="Chirurgie" title="Chirurgie">Chirurg</a> <a href="Franz_Kuhn_(Mediziner)" title="Franz Kuhn (Mediziner)">Franz Kuhn</a> als Vorreiter der Intubation gelten; er konzipierte einen eigenen, von einem Darmrohr abgeleiteten Tubus, der (in tiefer Narkose) manuell in die Trachea eingeführt wurde. Hierbei griff er unter anderem auf eine Arbeit von E. Schlechtendahl in <a href="Barmen" title="Barmen">Barmen</a> zurück, der eine orale Intubation in tiefer Chloroformnarkose beschrieben hatte.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Kuhn fasste die Vorteile einer orotrachealen Intubation 1902 in fünf Punkten zusammen:<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ol><li>Zunächst sah er darin eine weniger eingreifende Alternative zur bis dahin immer noch in vielen Fällen (insbesondere bei Halseingriffen mit Beteiligung der Luftröhre) praktizierten Tracheotomie, wie sie Trendelenburg eingeführt hatte.</li>
<li>Des Weiteren nannte er die elegante Umgehung der Probleme von Stimmritzenkrämpfen und anderer Probleme während einer Chloroformnarkose.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Ein weiteres Argument für ihn war, dass eine Intubation ständig freie Atemwege gewährleistete und darüber hinaus eine Überdruckbeatmung wesentlich einfacher machte, insbesondere in Notsituationen; hierbei bezog er sich ausdrücklich auf die Arbeiten von O’Dwyer sowie S. W. Herzog aus <a href="Charkiw" title="Charkiw">Charkow</a>; Letzterer hatte 1898 die Überdruckbeatmung als erfolgversprechende Wiederbelebungsmaßnahme propagiert<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.</li>
<li>Schließlich sah er die Möglichkeit, bei Eingriffen im Bereich der oberen Luftwege die bis dahin nur intermittierend applizierten Narkosegase kontinuierlich zuzuführen und damit eine gleichmäßigere Narkose zu gewährleisten.</li>
<li>Als weitere Begründung für eine Intubation sah Kuhn den sicheren Schutz vor einer Aspiration an, z. B. von Rachensekreten oder Blut.</li></ol>
<p>Kuhn verfeinerte in der Folgezeit die Technik der Intubation, die bis dato nur selten bzw. nur bei Operationen im Nasenrachenraum verwendet worden war, und baute sie systematisch weiter aus.<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als weitere wichtige Indikation führte auch er 1905 Operationen am offenen Brustkorb an, bei denen nur eine Überdruckbeatmung das Zusammenfallen der Lunge verhindern kann.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Kuhns oben angeführte Argumente haben bis heute nicht an Aktualität verloren. Trotzdem setzte sich diese bahnbrechende Neuerung in Deutschland und teilweise auch seinen Nachbarländern vorläufig nicht durch, weil der einflussreiche Chirurg <a href="Ferdinand_Sauerbruch" title="Ferdinand Sauerbruch">Ferdinand Sauerbruch</a> sie ablehnte. Dies führte dazu, dass die Anästhesie in Deutschland jahrzehntelang von der weltweiten Entwicklung abgehängt blieb. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Sauerbruchs verhängnisvolles Verhalten in seiner Tragweite erkannt und die endotracheale Intubation auch in den deutschsprachigen Ländern als Standard etabliert.
</p><p>Zu den Pionieren der Intubation in Österreich gehört der Arzt <a href="Otto_Mayrhofer" title="Otto Mayrhofer">Otto Mayrhofer</a>.<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Den Bedürfnissen der Thoraxchirurgie nach einseitiger Beatmung nur eines Lungenflügels wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts durch die Entwicklung neuer Tuben Rechnung getragen, die eine seitengetrennte Beatmung ermöglichen, wobei als Pioniere E Carlens (1949)<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, G. M. J. White (1960)<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und F. L. Robertshaw (1962)<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> zu nennen sind.
</p><p>In der Folgezeit wurden weitere Fortschritte erzielt, z. B. mit der Einführung von besser verträglichen Tubusmaterialien bzw. besser anpassungsfähigen Cuffs. Es blieb aber zunächst das Problem, dass auch für erfahrene Anwender ein „Bodensatz“ von Patienten blieb, bei denen eine endotracheale Intubation auf dem üblichen Wege nicht möglich war, z. B. aufgrund individueller anatomischer Besonderheiten, Fehlbildungen, Tumorleiden usw.; noch in den 1980er Jahren galt die Faustregel, dass eine endotracheale Intubation bei jedem hundertsten Patienten schwierig und bei jedem tausendsten unmöglich sei. Daher darf es als Meilenstein angesehen werden, als der Japaner Shigeto Ikeda 1966 erstmals ein flexibles, auf <a href="Glasfaserverst%C3%A4rkter_Kunststoff" title="Glasfaserverstärkter Kunststoff">Fiberglas</a>basis beruhendes <a href="Bronchoskopie" title="Bronchoskopie">Bronchoskop</a> vorstellte; Peter Murphy konnte bereits im darauffolgenden Jahr zeigen, dass dieses Hilfsmittel nicht nur eine (wenngleich aufwendigere) Alternative zur herkömmlichen Intubation mit einem Spatel bot, sondern auch Intubationen ermöglichte, die anders nicht erfolgreich bewerkstelligt werden konnten.<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die weitere Verfeinerung der Videooptik führte im Verlauf späterer Jahre zur Entwicklung von Intubationsspateln mit Videofunktion, die die einfachere Handhabung der Spatelintubation teilweise mit den Vorteilen einer Videobronchoskopie verband und diese wiederum in vielen – jedoch nicht allen – Fällen entbehrlich machte.<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Außer für Kurznarkosen, bei denen Beatmungsmasken zum Einsatz kamen (und kommen), blieb die endotracheale Intubation über lange Jahre das alleinige Standardverfahren der Allgemeinanästhesie. Dies änderte sich, nachdem 1987 Archibald Brain seine sogenannte <a href="Larynxmaske" title="Larynxmaske">Larynxmaske</a> vorgestellt hatte, die seither ständig weiterentwickelt wurde und in der Folgezeit den Endotrachealtubus teilweise verdrängte. Gründe dafür sind die weniger invasive (und zudem leichter erlernbare) Einführungstechnik, der Wegfall der Verletzungsmöglichkeit der Stimmbänder und ggf. die Möglichkeit einer flacheren, relaxationsfreien Narkoseführung (weil die hochempfindlichen Stimmbänder nicht tangiert werden). Andererseits bietet die Larynxmaske keinen sicheren Aspirationsschutz und hat weitere Nachteile, etwa hinsichtlich der Dislokationssicherheit. Es bleibt daher außer Diskussion, dass die endotracheale Intubation weiterhin den Goldstandard insbesondere bei anspruchsvollen Vollnarkosen und auch in der Notfallmedizin darstellt.<sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Hans-Joachim Hartung, Peter M. Oswald, G. Petroianu: <i>Die Atemwege.</i> Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2001. ISBN 3-8047-1735-7.</li>
<li>H. Orth, I. Kis: <i>Schmerzbekämpfung und Narkose.</i> In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): <i>Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung.</i> Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 1–32, hier: S. 21–23 (<i>Intubation</i>).</li>
<li>P. Biro, T. Pasch: <i>Die schwierige Intubation.</i> Huber, Bern 1998. ISBN 3-456-82495-5.</li>
<li>P. Kleemann: <i>Fiberoptische Intubation.</i> Thieme, Stuttgart 2000. ISBN 3-13-106881-7.</li>
<li><i>Invasive Beatmung und Einsatz extrakorporaler Verfahren bei akuter respiratorischer Insuffizienz.</i> In: <i>AWMF online.</i> 2017 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/001-021.html">Website (Leitlinie)</a>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.adair.at/eng/museum/equipment/">Virtual Museum of Equipment for Airway Management</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zwai.net/pflege/Intensiv/Journal/Beatmung/Umintubation_mittels_Tubuschanger/">Praxisbericht: Umintubation eines Intensivtherapiepatienten mittels Tubus-Changer</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
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</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">S.G. Russo, U. Trieschmann, T. Nicolai: <i>Atemwegsmanagement bei Kindern in Notfallsituationen.</i> In: <i>Notfall + Rettungsmedizin.</i> 17, 2014, S. 105, <a href="https://doi.org/10.1007/s10049-013-1808-5" class="extiw external" title="doi:10.1007/s10049-013-1808-5">doi:10.1007/s10049-013-1808-5</a>.</span>
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Ian K. Maconochie, Robert Bingham, Christoph Eich, Jesús López-Herce, Antonio Rodríguez-Núñez, Thomas Rajka, Patrick Van de Voorde, David A. Zideman, Dominique Biarent: <i>European Resuscitation Council Guidelines for Resuscitation 2015.</i> In: <i>Resuscitation.</i> 95, 2015, S. 223, <a href="https://doi.org/10.1016/j.resuscitation.2015.07.028" class="extiw external" title="doi:10.1016/j.resuscitation.2015.07.028">doi:10.1016/j.resuscitation.2015.07.028</a>.</span>
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<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>CDR-Cuffdruckregulator.</i> In: <i>Anästhesie Intensivtherapie Notfallmedizin.</i> Band 20, Heft 2, (April) 1985, S. X (Medizintechnik Hermann Schmidt).</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">P. Voeltz: <i>Endotracheale Intubation und Beatmung am Notfallort: Theoretisch einfach, aber ein Problem in der Praxis.</i> In: <i>Notfallmedizin.</i> 8, 1982, S. 694 ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Walied Abdulla: <i>Interdisziplinäre Intensivmedizin.</i> Urban & Fischer, München u. a. 1999, ISBN 3-437-41410-0, S. 14.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">H. Orth, I. Kis: <i>Schmerzbekämpfung und Narkose.</i> In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): <i>Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung.</i> Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 1–32, hier: S. 26.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Martin Bachmann: <i>Beatmung.</i> Jörg Braun, Roland Preuss (Hrsg.): <i>Klinikleitfaden Intensivmedizin.</i> 9. Auflage. Elsevier, München 2016, ISBN 978-3-437-23763-8, S. 95–130, hier: S. 102–109 (<i>Intubation</i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Lars Schmitz-Eggen: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.rettungsdienst.de/news/die-risiken-der-endotrachealen-intubation-51528"><i>Die Risiken der endotrachealen Intubation.</i></a> In: <i>rettungsdienst.de.</i> 30. Januar 2017,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 5. Januar 2022</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AEndotracheale+Intubation&rft.title=Die+Risiken+der+endotrachealen+Intubation&rft.description=Die+Risiken+der+endotrachealen+Intubation&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.rettungsdienst.de%2Fnews%2Fdie-risiken-der-endotrachealen-intubation-51528&rft.creator=Lars+Schmitz-Eggen&rft.date=2017-01-30"> </span></span>
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<li id="cite_note-37"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-37">↑</a></span> <span class="reference-text">H. Orth, I. Kis: <i>Schmerzbekämpfung und Narkose.</i> In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): <i>Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung.</i> Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 1–32, hier: S. 21.</span>
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